Presse

Zeichnen als Gegenwelt zum Alltag

FRANKFURTER RUNDSCHAU
Von MEIKE HICKMANN, 13. März 2015

Jutta Hingst zeigt beim Rumpenheimer Kunstfrühling ihre Werke

Schilder weisen schon durch die kopfsteingepflasterten alten Gassen zu den Ateliers: Die Besucher des Rumpenheimer Kunstfrühlings an diesem Wochenende sollen die Kunst ja auch finden. Auch Künstlerin Jutta Hingst erwartet viel Besuch im Schmuckatelier ihres Partners Wolfgang Uhl, wo sie ihre Bilder ausstellt. „Ich hoffe dass schönes Wetter ist, damit ganz viele Leute herkommen“, freut sie sich auf den Tag,
an dem die Rumpenheimer Ateliers offen stehen. „Aber Rumpenheim ist ja durch den Main, den Schlosspark und die Kneipen auch ein beliebtes Ausflugsziel.“ Sie und Uhl präsentieren gemeinsam ihre Neuheiten. Ihr Atelier ist in der Schlossgasse, direkt am Park. Über die Kunst haben sie sich auch kennengelernt, nämlich beim Offenbacher Künstlermarkt. Auch künstlerisch passen sie gut zusammen: Hingsts fröhliche Zeichnungen und Radierungen harmonieren mit Uhls farbenfrohem Schmuck mit den nicht eingefassten Natursteinen. Die Serie „Pintura“ haben sie sogar zusammen gemacht, Uhl fertigte die eleganten Ringe, Hingst füllte sie mit kleinen Gemälden aus Farbe und Schmucksteinen.

Rumpenheim inspiriert Künstler mit seiner Natur und dem ländlichen Charme

Hingst ist Sozialpädagogin, aber weil die Kunst sie seit ihrer Jugend faszinierte, studierte sie auch noch an der Hochschule für Gestaltung.
„Ich muss einfach malen, dass ist für mich wie eine Gegenwelt“, sagt Hingst. „Es vergeht kein Wochenende, an dem ich nicht male.“ Ihr Partner sei am Wochenende oft auf Kunsthandwerkermärkten unterwegs, da könne sie sich ausbreiten. Denn für die aufwendige Technik der Radierung brauche sie viel Platz. „Erst wird in die Metallplatte geritzt, dann kommt die Farbe, die, die überschüssig ist, wird dann weggenommen oder verrieben und schließlich wird gedruckt“, erklärt sie den Prozess. Aber der Aufwand lohne sich, denn die sogenannte Kaltnadelradierung erlaube viel Gestaltungsspielraum, sowohl mit der Farbe als auch durch das Hinzufügen aller möglichen Gegenstände. „Mal nehme ich Stoff oder Schmirgelpapier“, sagt sie und zeigt Drucke mit sonderbaren Strukturen. „Oder etwas was ich im Schlosspark gefunden habe, wie diese Samenhülsen.“ Hingst ist gerne draußen und geht spazieren oder fährt Fahrrad am Main. „Das inspiriert mich einfach“, sagt sie. Vielleicht sei das auch der Grund, dass so viele Künstler in Rumpenheim arbeiten. „Früher war das hier mal ein Pferdedorf, heute ist es ein Künstlerdorf“, meint Hingst. Es sei eine ländliche, schöne Gegend, ruhig und nah am Wasser. „Immer wenn ich hier draußen unterwegs bin, nehme ich Stift und Papier mit, und wenn ich etwas sehe, was mich fasziniert, zeichne ich es direkt“, erzählt sie. Am Rumpenheimer Schloss treffen sich öfter die Boule-Spieler, da habe sie sich einfach dazugesetzt und Skizzen von ihnen gemacht. Oder die Raben im Park, von ihnen habe sie eine ganze Serie gemacht. „Vögel finde ich einfach toll, sie haben so etwas Witziges, Humorvolles“, sagt sie. Deshalb sind auch oft Hühner und Strandläufer auf ihren Bilder zu sehen.
Uhl und sie wandern viel, er sammelt Steine und sie Motive. Die Raben in Aquarell habe sie bei den Kunsttagen im Herbst fast alle verkauft. Die meisten, die zum Kunstfrühling kämen, seien schon Stammkunden bei den Rumpenheimer Ateliers. „Sie sind neugierig, was es Neues gibt“, erzählt sie. „Ich freue mich, wenn die Besucher dann in mein Atelier kommen und ein bisschen schmunzeln über meine Bilder.“ Denn ihr Anspruch sei es, mit ihrer Kunst die Leute einfach zu erfreuen.







Offenbach-Post, 4. Dezember 2014



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